Wir sind laut Das MyFest bleibt!

Zum 16. Mal kommen wir am 1. Mai zum Fest zusammen. Die Entwicklungen in unserem Kiez bringen uns jedes Jahr zurück auf die Strasse.

Das MyFest will ein Zeichen setzen gegen Rassismus, Homophobie, Gentrifizierung und Spekulationen. Wir alle wollen in einem toleranten, bunten und bezahlbarem Kiez wohnen, arbeiten,miteinander leben und uns lieben.

Wir sind laut! Denn die Angst vor dem Ausverkauf unserer selbstgesuchten Heimat und vor rassistischen Übergriffen macht uns Angst.

Wir, die AnwohnerInnen und politische Aktivistinnen wollen einen politischen und kulturellen Austausch im Kiez schaffen und die gewaltfrei Situationen bewahren, in der wir mit Kinder den 1. Mai begehen können. Hier kommen zusammen, um unsere Vielfalt und Gemeinschaft zu zeigen und für unsere Belange einzutreten. Dies sind Toleranz, kulturelle und sexuelle Vielfalt und ein friedliches Miteinander als Basis für unsere Zukunft.

Wir sind laut! Unser Ansatz war von Anfang an den Kiez am 1.Mai mit kulturellen und politischen Inhalten zu besetzen, um die Strassen in denen wir wohnen von den gewaltvollen Ausschreitungen zurückzugewinnen. Nun müssen wir kämpfen um nicht gewaltvoll aus unserer Nachbarschaft verdrängt zu werden.

Inverstoren nehmen unsere Stadt zur Beute für die unendlichen geldvermehrung. Doch wer soll das zahlen? Wer kann mit Sicherheit sagen, noch die nächsten zwanzig Jahre hier wohnen zu können?

Kreuzberg ist und war immer für Andere Flüchtlinge und Zuwanderer offen. Neue Nachbarn in unserer Gemeinschaft sind herzlich willkommen. Menschen kommen und gehen, diejenigen von uns, die aber bleiben wollen, dürfen nicht durch Mieteröhungen vertrieben und zum Zwangsumzug gezwungen werden.

Die Angst macht unsicher, macht wütend, macht aggressiv. Sie passt nicht zu unserem friedlichen Miteinander.

Wir sind laut! Wir brauchen Sicherheit für unsere
Nachbarschaft und Infrastuktur. Wir brauchen mehr kulturelle Zentren, Freiräume und Bildungsangebote in unserem Kiez. Das MyFest ist eine Versammlung von für Anwohnerinnen. Seit Jahren stellen wir politische Inhalte in den Vordergrund, insbesondere Themen, die im Kiez aktuell und relevant sind, wie z.B. die Flüchtlingssitutation, Gentrifizierung, Mietwucher, aber auch Homophobie, Transphobie und immer noch Rassismuss, Faschismus, Nationalismus, Fundamentalismus. Mit Redebeiträgen und Aufrufen sollen sich unterschieliche politische Gruppen beteilien und eine Plattform erhalten. Wir sind Laut! In heutigen PEGIDA-Zeiten und unverhohlenem Nationalismus ist es am 1. Mai – umso wichtiger, ein klares Zeichen für ein tolerantes und buntes Kreuzberg zu setzen.

 

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